R.I.E.MPP EMS

Auftraggeber: R.I.E.MPP
Standort: Oberboihingen, Deutschland

Reducing carbon footprint , net zero target, product recycling,

ANSPRECHPARTNER R.I.E.MPP

dennis-ganaus

Dennis Ganaus
Bereichsleitung Energieeffiziente Anlagentechnik
dennis.ganaus@riempp.de

 

Riempp-Gruppe hat ihr Energiemanagementsystem umfassend weiterentwickelt.

Sieben bis elf Prozent Energie und ähnlich viel CO2 spart das System enlynx-EPC von Elektrotechnikspezialist Riempp in Oberboihingen pro Jahr ohne Komfortverlust. Das teilt sich in vier bis fünf Prozent geringere Stromkosten und fünf bis sechs Prozent Stromeinsparung durch aktives Energiemanagement. Die Software-basierte Lösung, in der 15 Jahre Entwicklungsarbeit stecken, kombiniert energieeffiziente Anlagentechnik mit Energie- und Lastmanagement. Als digitaler Knotenpunkt kommuniziert das System mit mehr als 250 Schnittstellen, von denen jede für eine beliebig verbaute Technik beim Kunden steht, die Energie braucht oder liefert.

Wettbewerbsvorteil

„Mit enlynx-EPC haben wir ein Produkt entwickelt, das sich mit den technischen Alleinstellungsmerkmalen vom Wettbewerb abhebt, weil es neben der Einsparung von Stromkosten, interaktiv mit den technischen Einrichtungen der Kunden über das aktive Energiemanagement emsyst 4.0 kommuniziert“ sagt Friedrich Riempp, der mit seinen Mitarbeitern die Lösung aus den beiden Strängen Energiemanagement in Gebäuden und Anlagen, sowie der Maschinenwartung und dem Service heraus entwickelt hat.
Durch die smarte technische Regelung wird neben der Einsparung von Stromkosten im laufenden Betrieb die Spannung angepasst und netzseitige Spannungsschwankungen gleicht die Technik aus und glättet sie. „Durch den Einsatz der EPC-Anlage werden die Verbraucher schonender betrieben, was deren Lebensdauer steigert,“ nennt Riempp einen Zusatznutzen. Die Ganzheitlichkeit der Lösung zeigt sich im intelligenten Smart Grid, das via Sensoren Verbräuche und Bedarfe misst und an übergeordnete Stellen weitergibt.
Parallel kann das System Lastspitzen kappen, regenerative Stromquellen priorisieren oder Verbräuche in Phasen niedriger Strompreise verlagern. Der geistige Vater der Entwicklung bringt es auf den Punkt: „Mit dem wachsenden Anteil regenerativer Energien, die im Gesamtmix verfügbar sind, steigt der Bedarf nach unserer Lösung, weil wir Verbräuche situativ sowohl flexibilisieren wie auch verstetigen können.“
Als weitere Bausteine können Batteriespeicher und zusätzlich Windkessel an möglichst vielen Stellen als Puffer, die das Gesamtsystem gleichsam automatisch atmen lassen, eingesetzt werden. Über dessen Programmierung sind dann sämtliche Prozesse steuer-, aufeinander abstimm- und mit den äußeren Rahmenbedingungen wie Wetterlage oder Energiebedarf koordinier- und moderierbar.

DIN 50 001

enlynx-EPC beinhaltet zusätzlich ein Lastmanagement, mit dem ganz oder kurzzeitig irrelevante Verbraucher vom Netz genommen; Speicherenergie in Spitzen eingespeist; die Grundlast reduziert werden und verlegt nicht termingebundene Produktions- und Speicherprozesse in Phasen, in denen Strom besonders günstig oder ansonsten überschüssig wäre, damit Erzeugerquellen aus Sonne oder Wind nicht abgeregelt werden müssen.
Anlagen können zum Beispiel via Handy per Outlook kalendarisch oder zeitlich angesteuert werden, z.B. der Getränkekühlschrank in der Kantine während der Werksferien, das bedarfsorientierte Kühlen und Heizen von Besprechungsräumen oder der generelle Ruhemodus am Wochenende. Riempp: „Das reicht bis zur Geschäftsreise, dem persönlichen Urlaub oder zu beweglichen Feiertagen, die das Programm als Sparmodus berücksichtigen kann.“ Dabei entspricht die Riempp-Lösung den Anforderungen der DIN 50 001, Messwerte werden erfasst, katalogisiert und ausgewertet.
Bestandsgebäude sind über funkbasierte Sensoren kabellos nachrüstbar und der digitale Klimaschützer ist universell in Büros, Industriehallen, Schulen, Schwimmbädern, Kliniken, Rechenzentren oder Shoppingcentern einsetzbar. Sensoren und Zähler können herstellerneutral eingelesen und die Messwerte automatisch verarbeitet werden. Mehr noch: enlynx-EPC ist kombinierbar mit Fremdsystemen und entlastet durch seinen Nutzerkomfort mit einheitlicher Bedienoberfläche nach dem Apple-Prinzip die Anwender und die Haustechniker.

Historische Daten & KI

Die Datenbank-basierte Aufzeichnung und Auswertung, die an der Schwelle zur Künstlichen Intelligenz Erfahrungswissen verfügbar macht, ermöglicht proaktives Handeln etwa auf Grund saisonaler Wetterwerte früherer Jahre. Eine einheitliche Visualisierung der Gebäudetechnik, z.B. HKLS, EMA, BMA oder Video samt Trendkurven und Verknüpfung mit dem Elektroplan, informiert frühzeitig über Wartungs- oder Investitionsbedarfe.
enlynx-EPC ist in drei Leistungsklassen lieferbar: 150 bis 300 KVA, 300 bis 800 KVA und 800 bis 2500 KVA, wobei EPC für electrical power compensation steht und Elektrische Leistungskompensation bedeutet. Die Amortisation der Investition liegt, abhängig von Ausgangslage und Komplexität, bei zwei bis fünf Jahren. Das hängt auch von der Förderung und Entwicklung von Energiepreisen und CO2-Steuer ab. Erfahrungsgemäß verringern Betreiber aus der (Lebensmittel-)Industrie ihre CO2-Emissionen und Verbräuche bislang um sechs bis zehn Prozent.
Höheres Klimaziel für Deutschland bis 2030
Vor dem Hintergrund der EU-Gesetzgebung, wonach die Mitgliedsstaaten bis 2045 Treibhausgas-neutral sein müssen und Deutschland die Maßgabe hat, bis 2030 seine Emissionen gegenüber 1990 um 65 Prozent zu reduzieren, was 438 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr entspricht, sieht Riempp ein günstiges Marktumfeld für seine Innovation.
Im Bereich der Leistungselektronik machten die Württemberger, die in der Region Stuttgart von drei Standorten aus für rund 800 Betriebe deren elektrotechnische Gebäudeausrüstungen und Maschinenwartung und -programmierung übernehmen, 2023 geradezu einen Quantensprung: Über die Kooperation mit Hochschulen kamen sie zu einem inhabergeführten Partner, der in einem Bausatz einen wichtigen Teil der Hardware bereitstellt, für die Riempp zuvor 20 Teilelieferanten hatte.
Diesen Juli geht die erste Anlage bei dem Verpackungskonzern Fuji Seal in deren Werk in Aichtal in Betrieb. Das 1897 in Japan gegründete Unternehmen fühlt sich eigenen Angaben zufolge dem Umweltschutz verpflichtet und richtet seine Geschäftsaktivitäten darauf aus (www.fujiseal.eu). Weitere nennenswerte Systeme bei Fleisch-Verarbeitern folgen. Riempp: „Wir lernen durch die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten bei jedem Kunden dazu und können unser System Kunden-spezifisch auf unterschiedlichste Anforderungen anpassen. Wegen des Energiemanagementsystems emsyst 4.0 wird die Lösung von der Bafa mit 25 bis 45 Prozent gefördert, was von der Unternehmensgröße abhängt.
www.enlynx.de

Was kVA definiert

Der Hauptunterschied zwischen den Maßeinheiten kW und kVA ist der Leistungsfaktor. kW (Kilowatt) ist die Einheit der tatsächlichen Wattleistung (Wirkleistung, z.B. einer Glühbirne), während kVA (Kilo Volt-Ampere) die Einheit der Scheinleistung ist (tatsächliche Wattleistung + Leistungsfaktor).

R.I.E.MPP & evon

emsyst 4.0 ist ein OEM Produkt auf Basis von evon XAMControl mit kundenspezifischem Branding ist.

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